Erster Fall einer Übertragung von Sars-CoV-2 in der Gebärmutter identifiziert

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Wissenschafter in Frankreich haben genetisches Material des neuen Coronavirus bei einer infizierten Schwangeren nicht nur in der Plazenta, sondern auch im Fruchtwasser nachgewiesen. Auch das Baby war infiziert.

Stephanie Kusma | Neue Zürcher Zeitung

Zum ersten Mal haben Wissenschafter mit grosser Wahrscheinlichkeit eine intrauterine Übertragung von Sars-CoV-2 belegt. David Leo Veksler / flickr

Französische Wissenschafter haben zum ersten Mal eine Übertragung von Sars-CoV-2 über die Plazenta von der Mutter auf ihr ungeborenes Kind identifiziert, wie die Wissenschafter in der Fachzeitschrift «Nature Communications» schreiben. Die Mutter des Kindes war in der 35. Schwangerschaftswoche mit Covid-19-Symptomen hospitalisiert worden; das Baby war drei Tage später per Kaiserschnitt zur Welt gekommen.

Man kannte zwar bereits einige Fälle infizierter Neugeborener, aber in keinem von ihnen konnte der Infektionszeitpunkt – vor der Geburt, während der Geburt oder direkt danach – klar belegt werden. Forscher des Universitätsspitals Lausanne konnten das Virus allerdings bereits vor einigen Wochen in einer Plazenta nachweisen, nachdem ein Baby tot geboren worden war. Die Mutter war in diesem Fall mit Sars-CoV-2 infiziert, das Baby aber nicht. Auch im Fruchtwasser war kein Virus nachweisbar.

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