Neurologische Komplikationen bei Covid-19

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Dass Covid-19 auch andere Organe als die Lunge betrifft, ist nicht neu: Mehr und mehr erweist sich die Infektion mit dem Coronavirus als körperweites Krankheitsgeschehen, das auch Nerven und Gehirn nicht verschont. Welche neurologischen Folgen und Begleiterscheinungen Covid-19 verursachen kann, haben nun mehrere Forscherteams zusammengetragen. Demnach treten Hirnentzündungen, Schäden an den Myelinhüllen der Nervenbahnen und auch Hirnschläge nicht nur bei Patienten mit schweren Verläufen auf, sondern auch bei milden Fällen. Zwar ist der prozentuale Anteil solcher Komplikationen gering, wegen der hohen Infektionszahlen könnte dies aber Tausende betreffen.

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Angriffe auf Nerven und Gehirn bei Covid-19. (Bild: pixologicstudio/ iStock)

Das Coronavirus Sars-CoV-2 befällt eine ganze Palette von Geweben und Organen des Körpers. Neben der Nase, den Atemwegen und Lunge sitzen die virussensiblen Zellen auch im Darm, in den Blutgefäßen oder in der Niere. Die Tatsache, dass bis zu zwei Drittel aller Infizierten Riechstörungen entwickeln, demonstriert zudem, dass das Coronavirus auch die Nerven angreift. Über den Riechnerv kann das Virus zudem relativ ungehindert bis ins Gehirn gelangen. Tatsächlich berichteten chinesische Mediziner schon im April 2020 von einer auffälligen Häufung neurologischer Symptome bei Covid-19-Patienten in Wuhan. Gut ein Drittel der 214 von ihnen untersuchten Patienten zeigten neurologische Symptome unterschiedlicher Art, von Kopfschmerzen über Schwindel und Delirien bis hin zu Krampfanfällen und Hirnentzündungen. Weil Sars-CoV-2 auch die Blutgerinnung verändert, kommt es zudem häufiger als normal zu Schlaganfällen.

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