Das Rasseproblem der Medizin: Warum Herkunft eine Rolle spielen sollte – es aber nicht tut


Sind die Unterschiede zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft so gross, dass sie medizinisch anders behandelt werden sollten? Ärzte und Anthropologen sind sich uneinig. Eine technische Lösung könnte den Konflikt aber bald lösen.

Simon Maurer | Tagblatt.ch

Auf dem Papier ist die Sache klar. Forscher im deutschsprachigen Raum sind sich einig, dass Menschen aufgrund ihrer Genetik nicht in Rassen eingeteilt werden können. Erst letztes Jahr veröffentlichten deutsche Anthropologen die Jenaer Erklärung, in der sie postulieren, dass Menschen unterschiedlicher Herkunft sich weder genetisch noch vom Aussehen genügend unterscheiden, um sie in Gruppen einzuteilen. Sie forderten deshalb, dass der Begriff Rasse im Zusammenhang mit Menschen nicht mehr verwendet wird.

Sprachlich lässt sich die Forderung umsetzten. Doch in der Medizin ist das Einteilen von Menschen aufgrund ihrer Herkunft ein wichtiges Hilfsmittel, auf das viele Ärzte nicht verzichten. Denn mit einem schnellen Blick auf die Abstammung eines Patienten lassen sich oft bessere Diagnosen erstellen als ohne.

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