Wie Pius IX. Kirche und Moderne gegeneinander ausspielte

Pius IX. nach einem Porträt von George Peter Alexander Healy, 1871

Vor 150 Jahren verkündete Pius IX. das Unfehlbarkeitsdogma. Pünktlich zu diesem Jubiläum veröffentlicht der Kirchenhistoriker Hubert Wolf eine Biografie. Er schreibt dem Pontifex eine verhängnisvolle Rolle zu, die die Kirche bis heute beeinflusst.

Christoph Arens | katholisch.de

„Es lebe Italien! Tod dem Papst!“ Als der von Pferden gezogene Wagen den Sarg von Papst Pius IX. im Juni 1881 nächtens vom Petersdom zur letzten Ruhestätte in der Basilika San Lorenzo fuori le Mura brachte, kochte der Zorn der Römer noch einmal hoch. „In den Fluss mit dem Schwein!“ Doch es gab auch völlig andere Stimmen: Bereits unmittelbar nach dem Tod von Giovanni Maria Mastai-Ferretti am 7. Februar 1878 bat eine Reihe von Katholiken den Heiligen Stuhl, ein Seligsprechungsverfahren zu eröffnen.

Glühende Verehrung und ätzende Kritik: Kaum ein Papst wurde und wird derart zwiespältig beurteilt. Rechtzeitig zum 150. Jahrestag des von ihm verkündeten Unfehlbarkeitsdogmas hat der Münsteraner Kirchenhistoriker Hubert Wolf jetzt eine Biografie über „Pio Nono“ vorgelegt – und ihm dabei eine verhängnisvolle Rolle für die katholische Kirche von heute zugeschrieben.

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