Verbrennung von Juden in Berlin: Der verdrängte und vergessene Mord


Im Jahr 1510 wurden in Berlin 41 schuldlose Juden verbrannt. Im Stadtbild erinnert nichts an dieses Justizverbrechen. Die Berliner Jüdin Salomea Genin kämpft seit Jahren vergeblich für einen Gedenkort in der Stadt.

Sebastian Engelbrecht | Deutschlandfunk Kultur

Wie auf dieser Darstellung wurden auch in Berlin Juden verbrannt. Holzschnitt von Michael Wolgemut. Aus: Hartmann Schedel, Liber Chronicarum, Nürnberg (Anton Koberger) 1493. (akg-images)

Salomea Genin, geboren 1932 in Berlin, floh im Mai 1939 mit ihrer jüdischen Familie vor den Nationalsozialisten nach Australien. So entging sie der Deportation nach Auschwitz. 1954 kehrte sie nach Berlin zurück. Seit Jahrzehnten kämpft sie dafür, dass in Berlin an ein schreckliches Ereignis der Stadtgeschichte erinnert wird. Das Gedenken daran im Stadtbild bedeutet ihr so viel, als ginge es hier um sie selbst.

„Berlin hat dieses Ereignis völlig vergessen.“

Am 6. Februar 1510 begeht der christliche Kesselflicker Paul Fromm in der Kirche des Dorfes Knobloch bei Brandenburg an der Havel einen folgenschweren Diebstahl. Er entwendet eine kupferne Monstranz und eine Messingbüchse mit zwei geweihten Hostien. Unter Folter sagt er aus, er habe die Hostien an Juden aus Spandau, Brandenburg und Stendal verkauft.

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