Juden in Deutschland: Beschimpft, bedroht, zum Sündenbock gemacht


In den vergangenen zwei Jahren haben antisemitische Straftaten immens zugenommen. Der Zentralrat der Juden, der in diesen Tagen sein 70-jähriges Bestehen feiert, fordert härtere Strafen.

Isabel Reifenrath | tagesschau.de

Der Anschlag von Halle ist neun Monate her. Am höchsten jüdischen Feiertag – Jom Kippur – hatte der Rechtsextremist Stephan B. versucht, eine Synagoge zu stürmen. Er wollte einen Massenmord begehen.

Insgesamt 2032 Straftaten mit antisemitischem Hintergrund hatte es 2019 gegeben – 17 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. „Das ist eine Schande für unser Land“, sagt dazu Innenminister Horst Seehofer. „Diese Straftaten waren fast ausschließlich rechtsextremistisch motiviert.“ Laut dem Verfassungsschutzbericht, den Seehofer vor einer Woche vorgestellt hatte, gab es im vergangenen Jahr 73 Gewalttaten gegen Juden. Sieben Täter wurden festgenommen, zwei mussten ins Gefängnis.

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