Schulstreiks: Forderungen an die EU


Schüleraktionen gehen weiter. Offener Brief an EU wird auch von zahlreichen Wissenschaftlern unterstützt. „Werteunion“ stänkert

Wolfgang Pomrehn | TELEPOLIS

Bild: Ahmed Bibi/unsplash

Freitag ist für die Schüler noch immer Klimastreiktag, wenn auch durch die Corona-Auflagen stark beschränkt. Für die junge Schwedin Greta Thunberg, die die globale Bewegung 2018 angestoßen hat, war es die 100. Woche.

Kleine Kundgebungen, manchmal nur Online-Postings, gab es gestern unter anderem in Japan und Kolumbien. In Moskau wurde mal wieder ein Klimaaktivist festgenommen. In Deutschland gab es in 16 Städten Aktionen und zum Teil die ersten Demonstrationen seit langem, unter anderem in Halle, Dortmund, Berlin, München und auf der nordfriesischen Insel Pellworm.

Aus den Reihen der internationalen Fridays-for-Future-Bewegung ist in diesen Tagen ein offener Brief an die Staats- und Regierungschefs der EU geschrieben worden, die sich derzeit zu einem Gipfel treffen, auf dem vor allem über den Haushalt für die kommenden Jahre beraten wird.

Der noch zur Zeichnung offene Brief wurde bisher von über 300 Wissenschaftlern, einigen Nobelpreisträger und Prominenten sowie von über 50.000 weiteren Personen aus 50 Ländern unterschrieben.

In dem Brief wird unter anderem gefordert, sofort alle neuen Investitionen in fossile Energieträger und ihre Infrastruktur einzustellen und feste und bindende Treibhausgasbudgets für alle EU-Länder einzuführen. Die Budgets müssten so bemessen sein, dass sie der Menschheit eine 66-prozentige Chance einräumen, die globale Erwärmung auf 1,5 Grad Celsius zu beschränken. Damit würde jedem Land verbindlich eine Menge an Gesamtmenge an Emissionen zugewiesen, die es in den kommenden Jahrzehnten noch in die Luft blasen dürfte.

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