Warum wir nicht alles verzeihen sollten


Wir alle machen Fehler. Umso wichtiger ist es, dass wir einander verzeihen können. Aber können und sollten wir alles verzeihen? Werden wir uns selbst und anderen damit in jedem Fall gerecht? Die Philosophin Susanne Boshammer hat da ihre Zweifel.

Stephanie Rohde | Deutschlandfunk Kultur

Verzeih mir! Oder lieber nicht? Susanne Boshammer rät dazu, dass wir diese Entscheidung gut abwägen. (EyeEm / Mongkol Nitirojsakul )

Wie soll ich das nur verzeihen? Diese Frage stellen sich viele von uns im Laufe ihres Lebens. Etwa wenn wir uns von einem geliebten Menschen hintergangen oder im Stich gelassen fühlen. Oft geben uns andere dann den Rat, zu verzeihen – um innere Ruhe zu finden und mit einer Sache abzuschließen, in der wie selbst vielleicht im Zorn einen Schritt zu weit gegangen sind und zu hart geurteilt haben. Aber ist das wirklich immer der beste Weg? Haben wir manchmal nicht sogar die Pflicht, hart zu bleiben? Was ist zum Beispiel, wenn das Gegenüber keinerlei Reue zeigt?

Mit diesen Fragen hat sich Susanne Boshammer beschäftigt, Professorin für Philosophie an der Universität Osnabrück. In ihrem Buch: „Die zweite Chance. Warum wir (nicht alles) verzeihen sollten“ nennt sie verschiedene Gründe dafür, weshalb wir dem Impuls zu verzeihen nicht in jedem Fall nachgeben sollten.

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