Alt-katholischer Bischof: Lehramt durch Unfehlbarkeit in der Sackgasse

Pius IX. nach einem Porträt von George Peter Alexander Healy, 1871

Das Jubiläum des Ersten Vatikanischen Konzils markiert zugleich das Jubiläum der Gründung der alt-katholischen Kirche. Für deren Bischof ist die Kirchenspaltung kein Grund zu feiern – aber ein guter Anlass, um über die Zukunft nachzudenken.

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Der Bischof der alt-katholischen Kirche in Deutschland, Matthias Ring, sieht das römisch-katholische Lehramt durch das Unfehlbarkeitsdogma in einer „lehramtlichen Sackgasse“. In einem am Samstag aus Anlass des 150-jährigen Jahrestags der Verkündung des Dogmas veröffentlichten Bischofswort konstatiert Ring, dass das Jurisdiktionsprimat des Papstes zu einer „extremen Zentralisierung“ geführt habe, die es schwer mache, „Pluralität zuzulassen“ und Lösungen vor Ort zu finden. Das Unfehlbarkeitsdogma leiste einer kirchlichen Lehre Vorschub, in der sich Entwicklungen kaum noch denken lassen. Als Beispiel nennt der Bischof die Ehe- und Sexualmoral sowie die Frauenordination. Nach Ansicht Rings führe das „auf Dauer zu einer Erosion der Autorität des Lehramtes, wenn sich der Glaubenssinn des Volkes und die fixierte kirchliche Lehre immer weiter auseinanderentwickeln“.

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