Empörung über Kathedralenbrand: Und wieder brennt eine Kirche


Das Feuer in Nantes wurde wohl absichtlich gelegt, und in Frankreich entbrennt eine Diskussion: Wie kann man die Kirchen des Landes besser vor Übergriffen schützen?

Michaela Wiegel | Frankfurter Allgemeine Zeitung

In der Kathedrale von Nantes fing es am Samstagmorgen an zu brennen. Bild: Reuters

In die Erschütterung über den Brand in der Kathedrale von Nantes hat sich am Sonntag Wut gemischt. Der französische Kulturerbe-Beauftragte Stéphane Bern beklagte die am Samstagmorgen mutmaßlich durch Brandstiftung ausgelösten Schäden als Zeichen eines „schrecklichen Nihilismus“. „Man fragt sich, was aus unserer Gesellschaft geworden ist, wenn nichts mehr Sinn macht und Wert hat“, sagte er der Zeitung „Le Parisien“. „Wir stehen vor dem Problem des Zusammenlebens, wenn man Kultstätten angreift.“

Die Polizei nahm noch am Samstagnachmittag einen 39 Jahre alten Mann aus Ruanda fest, der als freiwilliger Helfer damit beauftragt gewesen war, die Eingänge zur Kathedrale am Freitagabend zuzusperren. In seiner Darstellung habe es Ungereimtheiten gegeben, teilte der Staatsanwalt mit. Der Mann war von der Kirchengemeinde untergebracht und verpflegt worden, ihm drohte jedoch die Ausweisung in seine Heimat. Seine Aufenthaltsgenehmigung war nicht erneuert worden, worüber er sich in den Tagen vor dem Brand beklagt habe, teilte der Staatsanwalt mit. Es sei jedoch voreilig, ihn der Brandstiftung zu verdächtigen.

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