Bethel legt Studie zu Medikamententests an Minderjährigen vor

Geld und Pillen

Bis zum Beginn der 70er-Jahre wurden laut einer Studie auch in den v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel noch nicht zugelassene Medikamente an Minderjährigen erprobt. In 26 Jahren sind rund 2700 Jugendliche betroffen gewesen.

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Bei den länger als sechs Monate stationär behandelten Kindern und Jugendlichen seien in knapp einem Viertel der Fälle sogenannte Prüfpräparate und Import-Medikamente zum Einsatz gekommen, teilte die v. Bodelschwinghschen Stiftungen bei der Veröffentlichung der Untersuchung mit. Eine mögliche Schädigung von Bewohnern durch die Medikamentenprüfungen konnte demnach auf Grundlage der Krankenakten nicht festgestellt werden.

Bei dem von Bethel selbst gestarteten Forschungsprojekt seien in den Krankenakten keine schriftlichen Genehmigungen der Eltern oder eines Vormunds gefunden worden, hieß es. Nur in Einzelfällen gab es laut der Mitteilung Hinweise auf eine indirekte oder mündliche Zustimmung durch Erziehungsberechtigte. Die Einwilligung in und die Aufklärung über Arzneimittelerprobungen seien auch damals schon „rechtlich und ethisch geboten“, jedoch „kein Standard der klinischen Praxis“ gewesen, erklärte der an der Studie beteiligte Historiker Niklas Lenhard-Schramm. Die v. Bodelschwinghschen Stiftungen bedauerten die Vorgänge.

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