Debatte um Freikirchen-Cluster: Gottes konservative Tanztruppe

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Freikirchen erfreuen sich steter Beliebtheit, sie haben weltweit Millionen Anhänger. In Österreich dämpfen mehrere Corona-Cluster die bunte Jesus-Liebe

Markus Rohrhofer | DERSTANDARD

Gemeinschaft im jungen Gewand mit konservativen Werten: Freikirchen kennen keine Säuglingstaufen. Foto: Picturedesk / Peter Endig

Konkurrenz kann das Geschäft beleben. Aber auch für gehörig Unruhe sorgen, wenn ein Anbieter offenbar das bessere Angebot hat und die Kunden in Scharen dort hinpilgern. Was für den freien Markt gilt, lässt sich auch getrost auf den Weingarten des Herren umlegen. Vor allem außerhalb Europas wandern die Schäfchen in Scharen in Richtung diverser Freikirchen. In Brasilien etwa, dem Land mit den meisten Katholiken, gerät die katholische Kirche zunehmend in die Defensive. Hunderttausende strömen zu evangelikalen Freikirchen und Pfingstgruppen, um dort unmittelbar Gottes Heil zu erleben.

Die unterschiedlichen Formen charismatischer Frömmigkeit setzen den großen christlichen Amtskirchen immer mehr zu. Immerhin fünf- bis siebenhundert Millionen Menschen rechnet man freikirchlichen Bünden und unabhängigen Gemeinden zu. Das entspricht mehr als einem Viertel der weltweiten Christenheit. Freikirchen bilden daher neben dem katholischen Glauben klar die zweite große Säule des Christentums.

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