Warum der Fall „NSU 2.0“ ein größeres Problem offenbart

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Die hessische Drohmail-Affäre legt Versäumnisse der Politik offen. Aber es wäre zu einfach, die Schuld nur beim dortigen Innenminister zu suchen. Ein Kommentar.

Maria Fiedler | DER TAGESSPIEGEL

Die bedrohte Kabarettistin Idil Baydar während eines Auftritts.Foto: dpa / Thalia Engel

Es ist ein Satz, der nachhallt. „Ich habe Angst vor der Polizei“, hatte die Berliner Kabarettistin Idil Baydar dem Tagesspiegel gesagt. Allein die Tatsache, dass in einem demokratischen Staat eine Künstlerin mit Migrationshintergrund so fühlt, sollte einem zu denken geben.

Doch mindestens genauso bedenklich ist, was dahinter- steht: Baydar ist eine der Betroffenen im hessischen Skandal um rechtsextreme Drohmails und mögliche Helfer bei der Polizei. Seit Jahren wird Baydar mit dem Tode bedroht. Von der Polizei geschützt hat sie sich nicht gefühlt. Dass ihre Daten – wie die von anderen Frauen auch – unbefugt von einem hessischen Polizeicomputer abgerufen wurden, hat sie aus der Presse erfahren.

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