Evangelikale in den USA: „Alles, was ich über Schwule wusste, war falsch“


Alkohol trinken, rauchen oder über andere Leute lästern … So was ist in unserer Gesellschaft völlig normal. In den USA gelten diese „weltlichen Dinge“ vielerorts als Sünde. Wie verbreitet Evangelikale und ihr radikaler Glaube tatsächlich sind, beschreibt eine sehenswerte ZDFinfo-Dokumentation

Sarah Kohlberger | prisma

Wenn Kaplan Mark O’Donnell in der Memorial Baptist Church in Louisa im US-Bundestaat Virginia seine Predigt hält, hat er nicht nur seine Bibel immer in greifbarer Nähe, sondern auch seine Knarre. „Ich trage die Waffe, weil es zum Job eines Pastors gehört, seine Herde zu behüten. Spirituell und physisch“, erklärt der erzkonservative und strenge Priester. „Ich nehme das sehr ernst.“ Für ihn sind Homosexualität, Lügen und Diebstahl schwere Sünden – und jeder, der eine solche Verfehlung begeht, werde „in der Hölle schmoren“.

Wer glaubt, dass es sich bei Mark O’Donnell um einen Einzelfall handelt, der irrt. Mehr als 60 Millionen Menschen der USA sind Evangelikale; sie sind damit die größte Religionsgruppe in den Staaten. Viele von ihnen lehnen wissenschaftliche Fakten ab – sie nehmen die Schöpfungsgeschichte der Bibel ernst und halten den Urknall und die Evolution für eine Lüge. Tatsächlich sollen einer Umfrage zufolge 40 Prozent der Amerikaner daran glauben, dass die Erde vor 6000 Jahren innerhalb von sechs Tagen geschaffen worden ist.

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