Wer „Geld für alle“ ruft, meint oft, „der Penner nicht“

obdachlos in Mailand

Für den etwa auch? Wer das bedingungslose Grundeinkommen befürwortet, will nicht alle mit Geld beglücken, zeigt eine Studie.

Lea Hampel | Süddeutsche Zeitung

Wer „Geld für alle“ ruft, meint auf den zweiten Blick nicht „alle“, zeigt eine Auswertung des IW Köln. Foto: picture alliance / dpa

Befürwortern eines bedingungslosen Grundeinkommens wird gern unterstellt, ein besonders positives Menschenbild zu haben. Dass das nicht der Fall ist, zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln. Sie wird an diesem Mittwoch veröffentlicht und lag der Süddeutschen Zeitung vorab vor. Die Auswertung zeigt: So mancher, der „Geld für alle“ ruft, hat auf den zweiten Blick eine eher eingeschränkte Definition von „alle“.

Für die Studie haben die Wissenschaftler Daten der jüngsten European Social Survey (ESS) neu ausgewertet und unter anderem Folgendes herausgefunden: 42,4 Prozent derjenigen, die in Europa ein Grundeinkommen für gut befinden, wollen den Zugang auf Menschen beschränken, die mindestens ein Jahr gearbeitet und Steuern gezahlt haben. Auch Befürworter des Grundeinkommens scheinen also zu finden, dass vornehmlich Erwerbsarbeit Arbeit ist und der Sozialstaat eine reziproke Angelegenheit sein sollte.

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