Heute erscheint die erste Ausgabe von „Christ & Welt“ unter der Leitung des neuen Chefredakteurs Georg Löwisch. Im Interview mit katholisch.de spricht Löwisch über seine publizistischen Ziele mit der „Zeit“-Beilage, sein persönliches Christsein und den aus seiner Sicht richtigen journalistischen Umgang mit Bischöfen.
Steffen Zimmermann | katholisch.de
Für „Christ & Welt“ ist 2020 ein besonderes Jahr: Im Dezember kann die „Zeit“-Beilage“, die einst aus dem „Rheinischen Merkur“ hervorging, ihr zehnjähriges Bestehen feiern. Schon jetzt hat die „Wochenzeitung für Glaube, Geist, Gesellschaft“ (Selbstbeschreibung) zudem einen neuen Chefredakteur bekommen: Georg Löwisch, der zuvor fast fünf Jahre an der Spitze der linken Tageszeitung „taz“ gestanden hatte. Im Interview mit katholisch.de spricht Löwisch zum Erscheinungtag der ersten von ihm verantworteten „Christ & Welt“-Ausgabe über seinen eigenen evangelischen Glauben, die Relevanz des Christentums in der Gesellschaft und seine publizistischen Ziele mit dem Blatt.
Frage: Herr Löwisch, nach zweieinhalb Monaten Auszeit sind Sie in der vergangenen Woche als neuer Chefredakteur von „Christ & Welt“ in den Redaktionsalltag zurückgekehrt. Wie hat sich die Rückkehr an den Schreibtisch angefühlt?
Löwisch: Vor meinem ersten Tag bei „Christ & Welt“ war ich mir zunächst gar nicht sicher, ob ich so einen normalen Arbeitsrhythmus noch kann. Aber ich habe dann sehr schnell gemerkt: Es geht noch. Die journalistische Leidenschaft ist gleich da, vielleicht auch ein bisschen Adrenalin. Und es ist beflügelnd, wie meine neuen Kolleginnen und Kollegen an ihre Arbeit rangehen; da habe ich sofort große Lust bekommen, mitzumachen. Insofern bin ich nach den wenigen Tagen schon wieder voll drin.
Frage: Wie haben Sie die Auszeit nach dem Ende Ihrer Tätigkeit bei der „taz“ erlebt? Was haben Sie in dieser Schaffenspause vielleicht auch über sich selbst gelernt?
Löwisch: Ich habe vor allem gemerkt, dass mir diese Pause sehr gutgetan hat. Es gibt das schöne christliche Wort der „Einkehr“, und so habe ich die vergangenen Wochen tatsächlich erlebt. Es war für mich nach fast fünf Jahren als „taz“-Chefredakteur mit entsprechender Verantwortung und dicht getakteten Wochen gut, viel Zeit für mich und meine Familie zu haben und ein bisschen in mich reinhorchen zu können. Als es wieder möglich war, bin ich auch weggefahren: in den Schwarzwald und nach Frankreich. Das alles war wunderbar. Aber irgendwann hat es dann gereicht, und jetzt bin ich wieder da.
