Schon vor 30.000 Jahren lebten Menschen in Amerika


Amerika ist der letzte Kontinent, den der Mensch besiedelte. Doch wann die ersten Vorfahren der amerikanischen Ureinwohner dort ankamen, ist stark umstritten. Jetzt heizen archäologische Funde in einer Höhle in Mexiko die Diskussion an. Denn Forscher haben dort hunderte Steinklingen, Tierknochen und Pflanzenreste entdeckt, die gut 30.000 Jahre alt sind. Dies spricht dafür, dass Menschen schon gut 10.000 Jahre früher in dieser Region präsent waren als bislang angenommen. Sie müssen demnach schon vor dem Höhepunkt der letzten Eiszeit nach Amerika eingewandert sein. Die Steinwerkzeuge haben zudem eine Machart, die keiner anderen bislang auf dem Kontinent dokumentierten gleicht.

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Rund 30.000 Jahre altes Steinwerkzeug aus der Chiquihuite-Höhle. (Bild: Ciprian Ardelean)

Die ersten Menschen, die ihren Fuß auf den amerikanischen Kontinent setzten, kamen aus Asien, wie DNA-Vergleiche belegen. Diese ersten Einwanderer zogen damals wahrscheinlich über die Beringstraße auf den neuen Kontinent. Denn während der letzten Eiszeit verband dort eine 1600 Kilometer breite und fast 5000 Kilometer lange Landbrücke Asien und Nordamerika. Wann aber diese erste Besiedelung der Neuen Welt stattfand, ist bis heute rätselhaft – und heiß diskutiert. Denn lange Zeit galten die Jäger der Clovis-Kultur, die vor rund 13.000 Jahren Spuren an vielen Stellen Nordamerikas hinterließen, als der Ursprung aller Ureinwohner dieses Kontinents. Dieser Theorie zufolge wurde ihre Einwanderung erst möglich, als sich damals ein eisfreier Korridor zwischen dem östlichen Laurentide-Eisschild und dem im Westen Nordamerikas liegenden Kordilleren-Eisschild öffnete. Erst dieser Durchgang machte den Clovis-Jägern den Weg frei zur Besiedelung des Kontinents – so diese lange dominierende Sicht.

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