Twitter vs. QAnon: Spinner zu sperren, ist keine Zensur


Jeder Mensch darf Unsinn erzählen. Die Verschwörungsmythen der QAnon-Bewegung sind aber mehr als Quatsch. Gut, dass Twitter ihre Reichweite einschränkt – aber das reicht nicht.

Simon Hurtz | Süddeutsche Zeitung

Wenn Chrissy Teigen ihren Twitter-Account öffnet, wird ihr künftig etwas weniger Hass entgegenschlagen. „Ihr habt kein Recht, Attacken zu koordinieren und Todesdrohungen auszusprechen“, schreibt das US-amerikanische Model. „Es ist keine Meinung, Menschen als Pädophile zu bezeichnen, die Kinder vergewaltigen und aufessen.“

Wie viele andere Prominente ist Teigen ins Visier der rechtsradikalen QAnon-Bewegung geraten. Gegen dieses Netzwerk geht Twitter nun vor. Mehr als 7000 Konten, die Twitter der Bewegung zurechnet, hat die Plattform bereits gelöscht, außerdem sollen Reichweite und Sichtbarkeit der Verschwörungsmythen eingeschränkt werden.

Das ist eine gute Nachricht. Nicht nur für Teigen, die kürzlich mitteilte, sie habe bereits „eine Million Konten“ blockiert und werde trotzdem konstant belästigt und bedroht; nicht nur für andere Twitter-Nutzer, die ein bisschen weniger Irrsinn zu sehen bekommen. Es ist eine gute Nachricht für alle Menschen, denen Hass und Wahn noch nicht das Denken vernebelt haben. Denn QAnon steht nicht mehr nur für ein paar Spinner, die man einfach ignorieren kann. Die Bewegung ist gefährlich – und ihre Lügen haben reale Konsequenzen.

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