Sibiriens Hitzewelle ist eine Folge des Klimawandels


Die Hitzewelle in Sibirien mit Rekordtemperaturen von bis zu 38 Grad ist mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Folge des Klimawandels. Das zeigt eine Analyse der „World Weather Attribution“ – eine Initiative, die sich mit extremen Wetterereignissen befasst

Joachim Müller-Jung | Frankfurter Allgemeine Zeitung

Die sogenannt nautische Dämmerung, ein Vorbote der Sonne am Himmel, in der Arktis Bild: dpa

So klar wie nie zuvor haben Klimaforscher aus sieben Nationen die vom Menschen beschleunigte globale Erwärmung als Ursache für ein Extremwetterereignis ermittelt: Die sibirische Hitzewelle in diesem Frühsommer wäre ohne den Klimawandel „höchstwahrscheinlich“ nicht möglich gewesen. Selbst wenn die seit Jahren messbare Erwärmung in der Arktis Teil eines natürlichen Prozesses wäre, hätten die im Mai und Juni andauernden tropischen Spitzentemperaturen wohl nur einmal alle 130 Jahre stattfinden können. Der Klimawandel habe die Wahrscheinlichkeit dieser ungewöhnlichen Erwärmungsperiode zwischen Januar und Juni sechshundertfach erhöht, schreibt die „World Weather Attribution“-Initiative (WWA) in ihrer vor einigen Tagen vorgelegten Analyse.

Höhepunkt der lang anhaltenden Hitzewelle war ein von der Weltmeteorologiebehörde WMO noch nicht bestätigter Rekordwert von 38 Grad Celsius an der Wetterstation Werchojansk jenseits des arktischen Polarkreises. Überdurchschnittlich viele Waldbrände waren unter anderem die Folge. Insgesamt lagen die in die Studie einfließenden Temperaturwerte in dem großen sibirischen Streifen zwischen 60 und 75 Grad Nord und 60 bis 180 Grad Ost um fünf Grad über dem langjährigen Mittelwert der ersten sechs Monate.

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