Boris Johnson gesteht Fehler ein


Großbritannien hatte zunächst auf das Konzept der Herdenimmunität gesetzt, Zehntausende Tote waren die Folge. Premier Johnson gibt zu, dass seine Regierung das Virus unterschätzt hat.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Am ersten Jahrestag seines Amtsantritts hat der britische Premierminister Boris Johnson am Freitag Fehler im Umgang mit der Coronavirus-Pandemie eingestanden. „Wir haben (das Virus) in den ersten Wochen und Monaten nicht in der Art und Weise verstanden, wie wir das gerne getan hätten“, sagte der konservative Politiker im Gespräch mit der BBC. Vor allem das Ausmaß der Übertragung durch Menschen, die keine Symptome zeigten, sei unterschätzt worden.

Auf die Frage, ob der Lockdown und andere Maßnahmen zur Eindämmung des Virus in dem Land zu spät gekommen seien, antwortete Johnson ausweichend. Es handle sich um „offene Fragen“ unter Wissenschaftlern, sagte der Premier.

Neben der Selbstkritik gegenüber BBC veröffentlichte Johnson am Freitag allerdings auch ein Video auf Twitter: Darin setzt er sich die „challenge“, innerhalb von zwei Minuten die Erfolge seiner Regierung zu präsentieren. Gleich zu Beginn erwähnt Johnson darin insbesondere den Ausbau des Gesundheitswesens. Der kommt allerdings zu spät für die Pandemie, das staatliche Gesundheitssystem liegt seit Jahren brach.

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