Corona in Turkmenistan: Mehr Tote als Leichensäcke


Die Regierung in Turkmenistan weiß nichts von Pandemiefällen. Doch in überfüllten Kliniken sind täglich Opfer zu beklagen.

Barbara Oertel | taz

Angeblich noch immer kein Corona-Fall: Frauen mit Mund-und Nasenschutz in der Hauptstadt Aschgabat. Foto: reuters

Die Staatsführung der zentralasiatischen Republik Turkmenistan ist resistent: Noch immer behauptet sie steif und fest, in dem Land mit knapp sechs Millionen Einwohnern gebe es bis jetzt keinen einzigen Corona-Fall. Unabhängige Medien, die wegen massiver Repressionen meistens im Ausland angesiedelt sind, zeichnen jedoch ein ganz anderes Bild.

So berichtet der turkmenische Dienst von Radio Freies Europa (Radio Azatlyk), dass auf der Intensivstation einer Klinik in der Hauptstadt Aschgabat täglich rund 50 Menschen stürben. Ständig müsse die Klinik neue Erkrankte aufnehmen. Da alle Betten belegt seien, müssten Neuzugänge auch in einem Kinderkrankenhaus behandelt werden. Alle Patienten erhielten die Diagnose Lungenentzündung.

Bereits Mitte Juli hätten Ärzte davor gewarnt, dass es nicht ausreichend Leichensäcke gebe. Deshalb würden die Toten jetzt in Kleidungsstücke eingewickelt, die vorher mit Chlor behandelt worden seien.

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