Evangelische Kirche und Rassismus: „Unchristlich und sündhaft“


Ein neues Papier aus der evangelischen Kirche wird grundsätzlich: Es nennt die Abwertung von Menschen unvereinbar mit dem Christentum.

Andrea Dernbach | DER TAGESSPIEGEL

Gegen das Schweigen der Weißen: Protest in Düsseldorf Mitte Juli.Foto: Björn Kietzmann

Die evangelische Kirche verschärft ihre Abgrenzung nach Rechts. Ein Jahr nach einer harten Stellungnahme zum Kirchenbild der AfD haben dieselben Autoren jetzt eine Erklärung formuliert, die Rassismus und Forderungen, die Grenzen gegen Flüchtlinge abzudichten,  als unchristlich brandmarkt. Jede Form des Rassismus ist mit der Zugehörigkeit zum Leib Christi unvereinbar“, heißt es im Text mit dem Titel „Glaube, Liebe, Hoffnung – Orientierungsversuche in Zeiten des Streits“. Migration lediglich als Problem zu sehen, sei nicht nur „gegen die Wurzeln menschlicher Entwicklung gerichtet“, sondern auch gegen „biblische Weltdeutung“.

Migration in der Bibel „Mutter aller Entwicklung“

Schon in der Heiligen Schrift sei Verheißung mit Aufbruch verbunden: „Abraham und Sara verlassen ihr Vaterland, Israel die Sklaverei in Ägypten, David die Herde seines Vaters, Jeremia seine geordneten Verhältnisse. Jesus kehrt mit Maria und Joseph zurück nach Ägypten“. Die Bibel selbst behandle „Migration als die Mutter aller Entwicklung“.  Die Autoren zitieren Genesis 1,26 mit den Worten, „dass jedes menschliche Wesen geschaffen wurde als ein Ebenbild Gottes“.

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