Nord Stream 2: Amerikaner bitten Firmen zum Gespräch


Vertreter dreier Ministerien weisen Beteiligte auf „weitreichende Konsequenzen einer weiteren Mitarbeit an dem Projekt“ hin

Peter Mühlbauer | TELEPOLIS

Rohre für Nord Stream 2 in Mukran. Foto:Gerd Fahrenhorst. Lizenz: CC BY 4.0

Der Welt am Sonntag zufolge werden derzeit Vertreter europäischer Firmen, die sich an der Gaspipeline Nord Stream 2 beteiligen, zu Videokonferenzen mit Vertretern der US-Administration gebeten. Bereits in der letzten Woche hatte Michael Harms, der Geschäftsführer des Osteuropavereins der Deutschen Wirtschaft (OAOEV), die Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) darüber informiert, dass „die US-Botschaft in Berlin […] einige Firmen […] mit konkreten Terminvorgaben zu Gesprächen“ drängt.

Dabei sollen die Vertreter der Firmen, die mit Nord Stream 2 zu tun haben, bis zu zwölf Personen aus dem amerikanischen Außenministerium, dem amerikanischen Finanzministerium und dem amerikanischen Energieministerium gegenüberstehen, die „in freundlichem Ton sehr deutlich [machen], dass sie die Fertigstellung der Pipeline verhindern wollen“. In diesem Zusammenhang weisen die Amerikaner dem Bericht nach auf „weitreichende Konsequenzen einer weiteren Mitarbeit an dem Projekt“ hin. Ein von der Sonntagszeitung zitierter Unternehmensvertreter, der das erlebte, hatte nach eigenen Angaben den Eindruck, „dass die Drohung sehr, sehr ernsthaft ist“.

NDAA, CAATSA, PEESA

Am 21. Juli verabschiedete das US-Repräsentantenhaus einstimmig einen im Juni von Vertretern der beiden großen Parteien gemeinsam eingebrachten Antrag zur Ergänzung des ab dem 1. Oktober geltenden neuen National Defence Authorization Acts (NDAA). Zweck der Ergänzung sind erweiterte Sanktionsmöglichkeiten gegen Unternehmen, die sich an den Gaspipelines Nord Stream 2 und Pipeline Turkish Stream beteiligen (vgl. Neue Nord-Stream-2-Sanktionen).

weiterlesen