Dodo Kretschmann als Fortschrittsbremse – er betet lieber


Ministerpräsident Kretschmann hat ein Programm zur Erforschung neuer Gentechniken in Baden-Württemberg gestoppt. Über 100 Wissenschaftlern üben scharfe Kritik.

Sascha Karberg | DER TAGESSPIEGEL

Winfried Kretschmann (Grüne), Ministerpräsident von Baden-WürttembergFoto: Robert Michael/dpa

Fünf Millionen Euro wollte die baden-württembergische Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) für ein Forschungsprogramm zur Nutzung von „Genome Editing“ an Pflanzen ausgeben. Doch vergangene Woche stoppte Bauers Parteikollege und Ministerpräsident des Landes, Winfried Kretschmann, das Programm.

Jetzt zeigen sich insgesamt 122 Forschende in einem offenen Brief an Kretschmann „irritiert und besorgt“ über die Entscheidung. Sie schade „sowohl dem Wissenschaftsstandort Baden-Württemberg als auch Deutschland massiv“.

Die Unabhängigkeit der Wissenschaft sei von immenser Bedeutung, um evidenzbasierte Lösungsstrategien für eine nachhaltige Landwirtschaft in Anbetracht globaler ökologischer Krisen zu entwickeln, heißt es dem Schreiben weiter.

Es müsse möglich sein, „Handlungsspielräume kritisch und lösungsorientiert“ zu beleuchten, „um für die Herausforderungen der Zukunft auf ein breites Repertoire an Werkzeugen und wissenschaftlicher Expertise zurückgreifen zu können“.

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