Muss Gott geschützt werden? Eine kleine Geschichte der Gotteslästerung


Schon die Bibel ist für harte Strafen, wenn jemand Gott verhöhnt – und die wurden auch lange vollstreckt. Heute stehen solche Rechtsnormen unter Druck. Doch auch das Konzept der Gotteslästerung an sich hat seine Tücken.

Christoph Paul Hartmann | katholisch.de

„Wer den Namen des HERRN schmäht, hat den Tod verdient; die ganze Gemeinde wird ihn steinigen. Das gilt für den Fremden ebenso wie für den Einheimischen: Wenn er den Gottesnamen schmäht, wird er getötet werden.“ (Lev 24,16) Wenn es um Gotteslästerung geht, findet das Alte Testament harte Worte. Kein Wunder, ist die Verhöhnung des Allmächtigen auch schon Thema in den zehn Geboten: „Du sollst den Namen des HERRN, deines Gottes, nicht missbrauchen; denn der HERR lässt den nicht ungestraft, der seinen Namen missbraucht.“ (Ex 20,7)

Wer Gott in Wort, Schrift oder Handeln verhöhnt, beschimpft oder verleumdet, wird nach der Bibel also sanktioniert. Die Gotteslästerung oder Blasphemie (aus den griechischen Worten bláptein/Schaden bringen und phếmê/der Ruf; also wörtlich übersetzt Rufschädigung) ist ein Denkmodell, dass es nur in den monotheistischen Religionen gibt – eine Göttinnenlästerung etwa ist eher unüblich.

Da über lange Zeit kirchliche und weltliche Herrschaft eng verbunden sind und absolutistische Herrscher ihren Machtanspruch auf das Gottesgnadentum gründen, findet das eigentlich religiöse Verbot der Gotteslästerung auch Eingang in staatliche Rechtsprechung.

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