Warum überlässt es der Staat den Kirchen, die sexualisierte Gewalt in ihren Einrichtungen aufzuarbeiten? – Dazu fehlt der politische Wille


Warum überlässt es der Staat den Kirchen, die sexualisierte Gewalt in ihren Einrichtungen aufzuarbeiten? Der Jesuit Klaus Mertes hatte kürzlich die Gründung einer unabhängigen Kommission angeregt. Eine Nachfrage bei den Bundestagsfraktionen zeigt: Dazu fehlt der politische Wille.

Thomas Klatt | Deutschlandfunk

Könnte es eine staatliche Aufarbeitungskommission zu sexualisierter Gewalt in den Kirchen geben? (imago stock&people)

„Ich habe die Kritik des klugen Jesuitenpaters Mertes vernommen, der ja immerhin der Mensch ist, der damals den Missbrauchsskandal im Jahr 2010 überhaupt ausgelöst hat. Wenn Pater Mertes bezogen auf die Aufarbeitung von Missbrauch Kritik äußert, dann muss man sich mit der sachlich auseinandersetzen“, sagt der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, Johannes-Wilhelm Rörig.

Pater Mertes hatte die Bildung einer unabhängigen staatlichen Aufarbeitungskommission jüngst in der Zeitschrift „Herder Korrespondenz“ angeregt. Der Jesuit hält die bisherigen Anstrengungen zumindest der katholischen Kirche in Deutschland zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle für unzureichend. Dafür müssten die Bischöfe und Ordensoberen „Macht und Kontrolle komplett an eine wirklich unabhängige Kommission abgeben“, schreibt Mertes. Der Missbrauchsbeauftragte der Bundesregierung Johannes-Wilhelm Rörig sieht das anders.

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