Ein uralter Sternenstrom


Die Randgebiete der Milchstraße umfassen auch zahlreiche Kugelsternhaufen – alte, dichte Ansammlungen von meist fast gleichalten Sternen. Doch jetzt haben Astronomen den zum Sternenstrom zerfaserten Rest eines solchen Haufens entdeckt, der bislang in unserer Galaxie einmalig ist. Denn die in diesem „Phönix-Strom“ getauften Sternenband enthaltenen Sterne haben einen außergewöhnlich niedrigen Gehalt von Eisen und anderen schweren Elementen. Er liegt deutlich unter dem bislang für Sternhaufen als Untergrenze geltenden Wert für diese sogenannte Metallizität. Wie dies möglich ist und ob der Phönix-Strom vielleicht sogar der erste Vertreter einer ganzen Population ist, bleibt bislang offen.

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Illustration des Phönix-Sternenstroms (Bild: Geraint F. Lewis/ S5 Collaboration)

Viele Sterne in unserer Galaxie – wahrscheinlich auch unsere Sonne – wurden einst in Sternhaufen geboren. Diese entstanden aus dichten Ansammlungen von Gas und Staub, die unter ihrer eigenen Schwerkraft kollabierten und so ganze „Nester“ von Sternen bildeten. Erst später sorgten dann Turbulenzen innerhalb der Galaxie dafür, dass die Haufen auseinandergerissen wurden. Im Außenbereich der Milchstraße, in ihrem Halo, sind jedoch noch rund 150 alte Kugelsternhaufen erhalten. Typisch für diese Ansammlungen von rund hunderttausend bis einer Million Sterne ist das nahezu gleiche Alter ihrer Mitglieder und eine relative Armut an Elementen schwerer als Helium – Astronomen sprechen von einer geringen Metallizität. Dennoch schien es bislang dafür eine Untergrenze zu geben: „Beobachtungen in der Milchstraße und anderen Galaxien haben Belege für einen Metallizitäts-Boden gefunden“, erklären Zhen Wan von der University of Sydney und seine Kollegen. „Demnach wurde kein Kugelsternhaufen mit Metallanteilen von weniger als 0,3 bis 04 Prozent der solaren Metallizität gefunden.“ In Bezug auf das Verhältnis von Eisen zu Wasserstoff liegt diese angenommene Untergrenze bei -2,5.

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