Sexualparasitismus mit medizinischer Relevanz


Ihr Fortpflanzungssystem ist so bizarr wie ihr Aussehen: Bei den Tiefsee-Anglerfischen wachsen die Männchen an den Weibchen fest und es entsteht ein gemeinsamer Blutkreislauf. Warum es bei diesem sogenannten Sexualparasitismus nicht zu Abstoßungsreaktionen wie bei Transplantationen kommt, haben nun Forscher aufgeklärt. Die Anglerfische haben demnach bestimmte Immunfunktionen ausschaltet, ohne aber ihre Widerstandsfähigkeit zu verlieren. Genauere Untersuchungen dieser Fähigkeit könnten deshalb für die Medizin interessant sein, sagen die Wissenschaftler.

wissenschaft.de

Ein weiblicher Tiefseeanglerfisch ist am Bauch mit einem winzigen Männchen verwachsen. (Bild: Edith A. Widder)

Sie leben in der Finsternis und locken Beute mit einer leuchtenden Angel in ihr riesiges Maul. Diese bizarre Merkmalskombination der auch Seeteufel genannten Anglerfische wird von ihrer Fortpflanzungsstrategie noch übertroffen. Da sich Partner in den Weiten ihres Tiefsee-Lebensraums selten treffen, stellen die Männchen einen buchstäblich verbindlichen Kontakt mit den Weibchen her: Nach dem Andocken wachsen die Winzlinge an ihren viel größeren Damen fest. Dabei verbinden sich die Gewebe der Partner und es entsteht ein gemeinsamer Blutkreislauf, der das verkümmerte Männchen mit Nährstoffen versorgt. Deshalb wird diese Fortpflanzungsstrategie auch als sexueller Parasitismus bezeichnet.

weiterlesen