Hoffnung aus dem Slum – die Bewohner von Mumbais Armenvierteln könnten als Erste eine Herdenimmunität erreicht haben

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Wissenschafter haben errechnet, dass in Indiens Armenvierteln rund 60 Prozent der Bevölkerung Antikörper gegen Sars-CoV-2 gebildet haben. Die Sterberate scheint erstaunlich tief.

Andreas Babst, Lena Stallmach | Neue Zürcher Zeitung

Indischen Slumbewohnern wird die Temperatur gemessen. Francis Mascarenhas / Reuters

In den Slums von Mumbai scheint etwas geschehen zu sein, was Politiker auf der ganzen Welt seit dem Ausbruch der Corona-Krise herbeisehnen. Laut einer indischen Studie haben sich in Mumbais Slums 57 Prozent der Bevölkerung mit dem neuartigen Coronavirus angesteckt und Antikörper gebildet. Wenn diese Zahl stimmt, dann wäre die weltweit erste Herdenimmunität nachgewiesen. Diese könne erreicht werden, sobald sich rund 60 Prozent der Bevölkerung mit dem Virus infiziert hätten, wiederholen Experten seit Monaten.

Noch ist vieles unklar. Zum einen gibt es etwa Anzeichen dafür, dass Menschen nach einer Sars-CoV-2-Infektion gar nicht dauerhaft immun werden. Dann gäbe es auch keine Herdenimmunität. Immerhin gehen Experten aber davon aus, dass eine neuerliche Infektion zu milderen Symptomen führt.

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