Kommt die 2. Welle der Corona-Kritiker?


Am Wochenende soll es eine Hygienedemo XXL in Berlin geben. Antifaschisten fordern Abstand gegen rechts, erwähnen aber den Corona-Notstand mit keinem Wort

Peter Nowak | TELEPOLIS

Grafik: TP

In den letzten Wochen war es still geworden um die sogenannten „Hygienedemonstranten“, wie sich Menschen nannten, die gegen die Corona-Maßnahmen auf die Straße gingen. Nun könnte man denken, dass die Lockerungen der Corona-Maßnahmen den Protesten den Grund entzogen haben. Doch am Wochenende melden sich die Corona-Kritiker zurück. Aufgerufen wird auch zu einer Großdemonstration in Berlin.

Die teilweise größenwahnsinnigen Zahlen, die vor einigen Wochen von den Organisatoren verbreitet wurden, sind schon nach unten korrigiert worden. Doch immer noch wimmelt es in den Ankündigungen von Phrasen wie „Tag der Freiheit“ oder Irrationalismen von der Art, dass am 1. August „das Ende der Pandemie“ gefeiert werden soll. Da kann man nur rätseln, was gemeint ist. Die Verbreitung des Corona-Virus ist bekanntlich noch lange nicht gestoppt, eine Pandemie ruft die Weltgesundheitsorganisation nach bestimmten Kriterien aus.

Sie ist im aktuellen Fall noch keinesfalls beendet. Der Aktionstag soll mit einem „Tanz für die Freiheit und die Grundrechte“ enden. Man hat den Eindruck, am 1. August soll im bundesweiten Maßstab das in großen Teilen irrationale Bündnis wiederhergestellt werden, das sich ab Mitte April aus den Hygienedemonstrationen entwickelt hat. Auch am 1. August werden diverse Rechte aus unterschiedlichen Spektren teilnehmen. Die NPD hat ebenso ihre Teilnahme angekündigt.

Auch das Magazin Compact ruft dazu auf. Es ist zu erwarten, dass neben den Rechten auch viele Impfgegner und wohl auch manche Menschen in Berlin auf die Straße gehen werden, die aus unterschiedlichen Gründen von den Folgen der Corona-Maßnahmen betroffen sind.

Abstand halten gegen rechts

Daher spricht das Bündnis „Berlin gegen Nazis“ auch korrekterweise von „rechtsoffenen Veranstaltungen“. Das bedeutet, dass Rechte dort toleriert werden, aber dass es sich eben um keine Demo handelt, an der nur Rechte teilnehmen. Allerdings kann auch nicht von einer „Querfront“ geredet werden. Denn dann müssten auch relevante Strömungen der Linken dabei sein.

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