Die schottische Sehnsucht nach Unabhängigkeit


Immer mehr Schotten wollen sich von London lossagen. Boris Johnson wirbt nun für das Vereinigte Königreich mit „Milliarden für den Norden“.

Sebastian Borger | DER TAGESSPIEGEL

Denkt Strategisch. Nicola Sturgeon, schottische Nationalistenführerin.Foto: dpa

Der zunehmende Drang nach Unabhängigkeit sorgt für Verwerfungen in der schottischen Politik und Panik in der Downing Street. Weil die Nationalpartei SNP unter der Edinburgher Ministerpräsidentin Nicola Sturgeon in Umfragen von Erfolg zu Erfolg eilt, hat Londons konservativer Premierminister Boris Johnson eine Stabsstelle zur Rettung des Vereinigten Königreiches eingerichtet.

Allerdings sind der britische Regierungschef und seine Brexit-Politik bei den Schotten zutiefst unbeliebt. Dass den Unionisten eine glaubwürdige Galionsfigur fehlt, räumte der regionale Tory-Chef am Donnerstag ein, indem er seinen Rücktritt erklärte.

Jüngste Umfragen für die Wahl zum schottischen Parlament, die in neun Monaten ansteht, sprechen der seit 13 Jahren regierenden SNP 55 Prozent zu; weit abgeschlagen folgen die Torys mit 20 Prozent vor der einst übermächtigen Labour Party, die schon über zweistellige Umfrageergebnisse froh ist.

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