Staatsminister Roth beklagt Lücken in deutscher Erinnerungskultur


Der Staatsminister für Europa im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), hat Lücken in der deutschen Erinnerungskultur beklagt. „Es ist nach wie vor beschämend, dass wir in Deutschland viel zu wenig darüber wissen, was wir den Sinti und Roma während des Nationalsozialismus angetan haben“, sagte Roth dem Tagesspiegel (Online/Samstag) anlässlich des Europäischen Holocaust-Gedenktages für Sinti und Roma an diesem Sonntag: „Es ist uns in den vergangenen Jahrzehnten zu wenig gelungen, deutlich zu machen, dass auch Sinti und Roma unter dem nationalsozialistischen Terror gelitten haben.“

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Sinti und Roma seien weiterhin den üblichen Stereotypen und Klischees ausgesetzt, fügte Roth hinzu. Sie hätten „nach wie vor zu wenig Zugang zu Bildung, Wohnen, Gesundheitsvorsorge, gut bezahlter Arbeit und sozialer Teilhabe“, sagte der SPD-Politiker. Auch aktuell gehöre diese größte ethnische Minderheit in Europa zu den besonders verwundbaren Gruppen, die unter der Corona-Pandemie leiden.