Corona-Proteste: Esoterik, Gandhi und Reichsflaggen


Bei den Corona-Protesten in Berlin sind verschiedene Milieus zusammengekommen, die den Glauben an Verschwörungsmythen teilen. Experten sehen insbesondere in der Esoterik einen Einstieg in eine gefährliche Gedankenwelt.

Patrick Gensing | tagesschau.de

Kundgebung in Berlin gegen die Corona-Beschränkungen | Bildquelle: REUTERS

Regenbogenfahnen und Reichsflaggen, Plakate von Gandhi, gegen Impfungen und für Putin sowie Trump. Dazu Menschen mit Dreadlocks, Trommelgruppen und gescheitelte Rechtsextreme: Das Szenario bei den Kundgebungen gegen die Corona-Pandemie am Wochenende in Berlin hat für viel Erstaunen gesorgt.

Experten sind allerdings weniger überrascht über die sehr verschiedenen Milieus, die sich hier zusammengefunden haben. Jan Rathje von der Amadeu-Antonio-Stiftung sagt, diese Milieus werden zusammengehalten durch Verschwörungsideologien und gemeinsame Feindbilder. Der Politikwissenschaftler verweist auf die sogenannten Mahnwachen im Jahr 2014, die ähnlich funktioniert hätten.

Solche Demonstrationen sind seiner Meinung nach wichtig für solche Bewegungen: Sie schafften ein Gemeinschaftsgefühl, das über die sozialen Netzwerke hinausgehe: „Sie vermitteln den Menschen das Gefühl der Macht. Dies konnte man am Wochenende sehen, als sie kollektive Ordnungswidrigkeiten bewusst begingen“, sagt Rathje.

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