Verbände fordern mehr Sicherheit für Journalisten

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Nach Angriffen auf Fernsehteams während der Proteste gegen die Corona-Maßnahmen am Samstag in Berlin fordern Journalistengewerkschaften mehr Sicherheit für Medienvertreter.

Deutschlandfunk-Nachrichten

Tausende haben am 1. August in Berlin gegen die Coronaregeln demonstratiert, unter ihnen viele Verschwörungstheoretiker. (dpa-picture alliance / NurPhoto / Emanuele Contini)

Auf der Veranstaltung sei eine ungehinderte und gefahrlose Berichterstattung nicht durchgängig möglich gewesen, kritisierte der Deutsche Journalisten-Verband, Kollegen seien bedroht und angegriffen worden. Die Journalisten-Gewerkschaft dju kritisierte, die Berliner Polizei sei nicht in der Lage gewesen, das geltende Recht auf freien Zugang der Presse durchzusetzen.

Auf der Kundgebung vor dem Brandenburger Tor hatte die ZDF-Journalistin Dunja Hayali aus Sicherheitsgründen einen Dreh abgebrochen, ebenso RTL/n-tv-Reporterin Doro Steitz. Videos beider Szenen zeigen Menschengruppen, die die Reporterinnen mit Rufen wie „Lügenpresse“ niederbrüllen und teils persönlich angehen.

An den Protesten in Berlin hatten sich am Samstag nach Angaben der Polizei etwa 20.000 Menschen beteiligt. Die Veranstalter selbst sprachen dagegen von bis zu 1,3 Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Diese Behauptung wurde vielfach in sozialen Medien weiterverbreitet und teils auch mit der falschen Aussage verbunden, die Polizei habe die weit höheren Zahlen bestätigt. Der ARD-Faktenfinder hat die Angaben und die Fotos geprüft und kommt aufgrund eigener Berechnungen zu dem Schluss, selbst bei großzügigen Annahmen seien es nicht wesentlich mehr als 20.000 Menschen gewesen.