Volksverhetzende Aussagen: Geldstrafe für Evolutionsbiologen Kutschera


Das Amtsgericht Kassel hat einen Professor zu einer Strafe von 3.000 Euro verurteilt. Er hatte Homosexuelle als „Kinderschänder“ verunglimpft.

Christoph Schmidt-Lunau | taz

Will gegen das Urteil Rechtsmittel einlegen: Biologieprofessor Ulrich Kutschera. Foto: dpa

Wegen Beleidigung und der Herabwürdigung von Homosexuellen hat das Amtsgericht Kassel am Montag den Biologieprofessor Ulrich Kutschera zu einer Geldstrafe von 30 Tagessätzen à 100 Euro verurteilt. Damit ahndet das Gericht ein Interview mit dem Onlineportal kath.net, in dem der umstrittene Hochschullehrer gegen die „Ehe für alle“ polemisiert hatte. Die Homo-Ehe eröffne ein „mögliches Horror-Kinderschänder-Szenario“, hatte er da argumentiert, ein mögliches Adoptionsrecht hatte er als „staatlich geförderte Pädophilie mit schwerstem Kindesmissbrauch“ bezeichnet. Es war nicht das erste Mal, dass Kutschera mit drastischen Aussagen auffiel. Er hatte 2015 Gendermainstreaming als „Krebsgeschwür“ bezeichnet.

Diese Formulierungen seien geeignet, insbesondere Homosexuelle mit Kinderwunsch herabzuwürdigen, sagte Amtsrichter Henning Leyhl in seiner Urteilsbegründung am Montag; Kutschera habe das Mäßigungsgebot missachtet.

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