Warum Afrikas größtes Staudamm-Projekt für Streit sorgt


Seit neun Jahren wird in Äthiopien an einem riesigen Nil-Staudamm gebaut. Die flussabwärts gelegenen Länder fürchten um ihre Wasserversorgung. Heute treffen sich Vertreter der drei Konflikt-Parteien.

Frankfurter Allgemeine Zeitung

Der künftig größte Staudamm Afrikas: der Grand-Ethiopian-Renaissance-Staudamm Bild: dpa

Der Bau des größten Staudamms in Afrika durch Äthiopien sorgt schon seit Jahren für Streit. Am Montag treffen sich Vertreter der drei Konflikt-Parteien Ägypten, Äthiopien und Sudan abermals zu Gesprächen unter Vermittlung der Afrikanischen Union (AU). Die flussabwärts gelegenen Nil-Anrainer-Staaten Sudan und Ägypten fürchten um ihre Wasserversorgung während der Flutung der Grand-Ethiopian-Renaissance-Talsperre (GERD), vor allem in Trockenperioden. Äthiopien hatte sich bereits mehrmals der Einführung eines rechtlich verbindlichen Streitbeilegungsverfahrens widersetzt. Die ägyptische Wasserversorgung etwa hängt zu 97 Prozent vom Nil ab. Vermittlungsversuche der Afrikanischen Union (AU) blieben bislang erfolglos. Ein Überblick über die wichtigsten Eckpunkte des Mega-Projekts:

Die Region

Mit 6695 Kilometern ist der Nil einer der längsten Flüsse der Welt und ein wichtiger Wasser- und Energie Lieferant in einer oft trockenen Region. Der Weiße und der Blaue Nil treffen in der sudanesischen Hauptstadt Khartum aufeinander, von wo aus der Nil durch Ägypten ins Mittelmeer fließt. Der äthiopische Stausee am Oberlauf des Blauen Nils soll nach seiner Füllung rund 74 Milliarden Kubikmeter fassen.

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