Gewaltige Explosion in Beirut: 2.750 Tonnen Ammoniumnitrat als Ursache?


Über 70 Tote und 3000 Verletzte. Erste Spuren führen die Katastrophe auf eine riskante Lagerung der Chemikalie zurück, die sich seit 2014 in einem Gebäude am Hafen befunden haben soll

Thomas Pany | TELEPOLIS

SCreenshot, Video/Twitter/Gino Raidy

Die Explosion gestern Nachmittag in Beirut wird mit einem Erdbeben verglichen, so gewaltig war sie. Mittlerweile kursieren viele Bilder und Videos, die die Katastrophe aus unterschiedlichen Perspektiven zeigen. In einer weit verbreiteten Aufnahme ist eine große Rauchsäule an einem Gebäude am Meer zu sehen, feuerwerksgleiche Blitze im Rauch, Feuer und dann eine gigantische Explosion.

Die bisherige Bilanz sind über 70 Tote und mehr als 3000 Verletzte. Die französische Zeitung L’Orient Le Jour, die in Beirut erscheint, berichtet von einem Katastrophengebiet in den Vierteln, die an den Hafen grenzen. Genannt werden Teile der Innenstadt, die Viertel „Saïfi, Gemmayzé, Achrafieh, Mar Mikhaël, Bourj Hammoud und Dora“. Die Druckwelle hätte Mauern weggerissen, von Gebäuden mit viel Glas seien nur mehr Strukturen übrig, „überall auf den Bürgersteigen, in den Trümmern, verwundete Menschen“.

Berichtet wird an anderer Stelle von S&P Global, dass Getreidesilos im Hafen von der Explosion zerstört worden sind, allerdings mit der Einschränkung, dass man davon ausgehe, „dass zum Zeitpunkt der Explosion keine großen Mengen an Getreide in den Depots lagerten“.

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