Christentum, Judentum, Islam: Wie Religion radikal wird


Religiöse Radikalisierung ist immer wieder Thema in den Medien, vor allem, wenn es um den Islam geht. Doch Mitglieder aller Religionen können heute radikal werden – und das hat manchmal nur sehr wenig mit dem Glauben zu tun: Oft sind es viele Ursachen, die sich gegenseitig beeinflussen.

Christoph Paul Hartmann | katholisch.de

Mitten im pulsierenden Leben New Yorks gibt es Menschen, die davon nichts mitbekommen: Denn im Stadtteil Williamsburg leben chassidische Gemeinden, Mitglieder von ultraorthodoxen jüdischen Gruppen, die sich der Welt um sie herum völlig verschließen und deren Leben aus der Befolgung strengster Regeln besteht. Gleichzeitig sorgt der islamistische Terrorismus für Angst und Schrecken oder junge Männer ziehen in christlicher Mission „für Gott“ in die Ostukraine, um dort gegen das „schwule, dekadente Europa“ zu kämpfen.

Religiöser Fundamentalismus und religiöse Radikalisierung sind heute allgegenwärtig und betreffen alle Religionen. Obwohl ihre Vertreter oft ähnliche Beweggründe haben, sind die Folgen sehr verschieden. Wer fundamentalistisch denkt, richtet das gesamte Leben an heiligen Texten und religiösen Geboten aus, andere Einflüsse werden aus dem eigenen Leben oft ferngehalten. Radikale gehen noch einen Schritt weiter: Sie wollen dafür sorgen, dass die gesamte Gesellschaft ihre Glaubensansichten teilt und sich nach diesen Regeln richtet. Sie wollen andere Menschen also überwältigen; das kann – muss aber nicht – durch Gewalt geschehen.

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