„Monarchischer Klerikalismus“: Pfarrer kritisieren Vatikan-Instruktion


Die Pfarrer-Initiative Österreich findet harte Worte für die vor zwei Wochen erschienene Vatikan-Instruktion: Sie sei von „monarchischem Klerikalismus“ geprägt und berge die Gefahr der Spaltung. Nun fordern die Pfarrer ihre Bischöfe zum Handeln auf.

katholisch.de

Die Pfarrer-Initiative Österreich hat die vor zwei Wochen veröffentlichte Pfarreien-Instruktion aus dem Vatikan scharf kritisiert. Das Papier sei von einem „monarchischen Klerikalismus“ geprägt, heißt es in einer Stellungnahme des Zusammenschlusses von Priestern und Diakonen der Alpenrepublik, die sich für kirchliche Reformen einsetzen. Würden die Forderungen der Instruktion tatsächlich umgesetzt, verlören die Pfarrgemeinden viele engagierte Gläubige. Daher seien Bischöfe und Priester „aus pastoraler Not zum ‚Ungehorsam'“ gedrängt. Das Schreiben aus dem Vatikan berge zudem die Gefahr der Spaltung von Klerus und Pfarreien in sich. 

Die Instruktion biete „nur in Ansätzen eine Analyse der geänderten gesellschaftlichen und kirchlichen Situation“, so die Pfarrer-Initiative weiter. Die darin genannten kirchenrechtlichen Regelungen seien „schon zur Zeit der Verabschiedung vor 40 Jahren nicht mehr auf der Höhe der Zeit“ gewesen. Es sei eine Illusion, als Kirche „die Menschen von heute missionarisch ansprechen“ zu können, „ohne als Kirchenleitung die grundlegenden Werte der modernen Gesellschaft und des Evangeliums“ zu leben. Als Beispiele führt die Pfarrer-Initiative die Möglichkeit zur Partizipation und die Umsetzung der Würde jeder Person an. Durch eine „Überhöhung des Priesteramtes“ werde „Gott selbst“ aus dem kirchlichen Leben hinausgedrängt.  

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