Acht Millionen Götter und ein Tenno – Japans Religionen – no shit, Sherlock


In Japan ist der Shinto, also übersetzt der Weg der Götter, immer noch eine Volksreligion. Auch dem Buddhismus fühlen sich viele Japanerinnen und Japaner nahe. Seit jeher mischen sich auf den Inseln verschiedene Einflüsse, so beispielsweise auch Taoismus und Konfuzianismus. Und all diese Lehren spielen immer noch eine Rolle. Obwohl sich viele Japanerinnen und Japaner gar nicht als religiös bezeichnen würden.

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APA/AFP/KAZUHIRO NOGI

Die oberste Göttin des Shinto ist die Sonnengöttin Amaterasu, die als Begründerin des japanischen Kaiserhauses gilt. In der Nähe von Kyoto, in Ise, ist ihr ein zentrales Heiligtum aus Holzschreinen gewidmet. Typisch für die Shinto-Tradition: Den Anhängerinnen und Anhängern ist es verboten, ins Innere vorzudringen, nur Shintopriester und der Tenno haben Zugang.

Der Religionswissenschaftler und Japan-Experte Franz Winter erklärt, dass die Sonnengöttin eine der wichtigsten sogenannten Kami ist, die im Shinto verehrt werden. „Kami bedeutet Gott bzw. Götter und davon gibt’s in der japanischen Tradition sehr viele. Einerseits solche, die in den mythologischen Texten vorkommen, andererseits auch historische Persönlichkeiten und sehr viele lokale Gottheiten – das können zum Beispiel Quellen sein oder Bäume, die verehrt werden.“

Der Begriff Kami hängt mit der Idee zusammen, dass es sich um etwas handelt, das Ehrfurcht hervorruft. Dem Shinto zugrunde liegen die zwei ältesten mythologischen Texte Japans. Dort ist von sehr vielen Kami die Rede, von acht Millionen Göttinnen und Göttern gar. Franz Winter: „Ob es jetzt acht Millionen sind oder nicht – ich glaube, es hat noch niemand durchgezählt. Vermittelt werden soll damit einfach, dass es unüberblickbar viele gibt und dass die mythologische Tradition undurchdringbar ist.“

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