Blitze und Ammoniak-Hagel auf dem Jupiter


Blitze gehören zu den Phänomenen, die es nicht nur auf er Erde gibt: Auch auf dem Jupiter haben Raumsonden schon solche Entladungen beobachtet. Doch jetzt enthüllen Aufnahmen der NASA-Sonde Juno, dass die Blitze des Jupiter auch in den Wolkenbereichen zucken, in denen es sie eigentlich nicht geben dürfte. Denn mit minus 70-80 Grad Celsius ist es an der Oberseite der Wolkendecke zu kalt für Wassertröpfchen, die für die Blitzbildung gebraucht werden. Eine Erklärung dafür könnte jedoch Ammoniak liefern. Denn dieses Gas wirkt für die Wassereiskristalle der hohen Jupiteratmosphäre als „Gefrierschutzmittel“.

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Illustration der hohen Blitze auf dem Jupiter. (Bild: NASA/JPL-Caltech/ SwRI/ MSSS/ Gerald Eichstädt/ Heidi N. Becker/ Koji Kuramura)

Der Gasriese Jupiter ist für seine gewaltigen Wirbelstürme und planetenumspannenden Wolkenbänder bekannt. Einige seiner Stürme reichen sogar bis zu 3000 Kilometer in sein Inneres hinab. Rund ein Prozent der gewaltigen Masse des Jupiter ist demnach ständig in Bewegung und rast in den Sturmbändern um den Planeten. Und auch die Wolkenschichten des Gasriesen haben eine enorme vertikale Ausdehnung. Sie bestehen größtenteils aus gefrorenem Ammoniak und Ammoniumhydrogensulfid, einige Wolken enthalten aber auch Wasser. Aufnahmen der NASA-Raumsonde Voyager haben schon 1970 nachgewiesen, dass es in diesen Wolken auch Gewitter mit Blitzen gibt. Die Beobachtungen und physikalische Modelle legten aber nahe, dass diese Blitze nur in tieferen Wolkenschichten vorkommen. Denn dort liegen die Temperaturen um den Gefrierpunkt, so dass es dort noch Wolkentröpfchen aus flüssigem Wasser geben könnte – den Ladungsträgern in den elektrisch aufgeladenen Gewitterwolken.

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