Experten: Bereits die frühe Kirche kannte Gemeindeleitung durch Laien


Eine Gemeindeleitung durch Laien ist nicht möglich? So sieht es der Vatikan. Doch ein Blick in die Geschichte zeigt: In den ersten Jahrhunderten der Kirche gab es das bereits – und sogar eine Skepsis gegenüber starken Führungsgestalten.

katholisch.de

Während sich der Vatikan zuletzt vehement für die Alleinverantwortung von Priestern und gegen Leitungsteams für Kirchengemeinden in Deutschland ausgesprochen hat, zeigt die neue Ausgabe der Zeitschrift „Welt und Umwelt der Bibel“ eine breite Vielfalt von kirchlichen Leitungsstrukturen im frühen Christentum. Das Spektrum an Leitungsmodellen sei groß und teils auch von Skepsis gegenüber starken Führungsgestalten geprägt gewesen, betonen Experten in ihren Beiträgen für die im Verlag des Stuttgarter Katholischen Bibelwerks erschienene Zeitschrift. So habe es Gemeinden gegeben, in denen die Versammlung aller Getauften gemeinsam Entscheidungen traf, oder auch Leitungsmodelle in Form eines Ältestenrats. Andere Gemeinden hätten sich an der Struktur des antiken römischen Großhaushalts mit einem „pater familias“ orientiert. Vielfach hätten auch Witwen eine wichtige Führungsrolle übernommen.

Die Entwicklung hin zu hauptamtlichen Gemeindeleitern und Klerikern habe sich dann etwa an der Wende des zweiten zum dritten Jahrhundert vollzogen. Danach hätten Bischöfe immer mehr Aufgaben übernommen, und das Klerikersein sei zum Beruf geworden.

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