Der aufgeschobene Tod


Wir leben immer länger – und genießen hoffentlich ein halbwegs beschwerdefreies Alter. Lässt sich die Sterblichkeit technisch überwinden?

Michael Springer | Spektrum

Medizinisch betrachtet sterben wir die meiste Zeit unseres Lebens. Allmählich verschleißen die Zellen unseres Körpers, bis am Ende wichtige Organe versagen. Herz und Kreislauf kommen zur Ruhe, das Gehirn wird nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, der Hirntod tritt ein.

Falls der Sterbende intensivmedizinische Behandlung erfahren hat, werden nun die technischen Geräte abgestellt. Eventuell entnehmen die Mediziner Organe, die das Leben anderer Patienten verlängern.

Leben und Sterben des Menschen, einst das Natürlichste auf der Welt, unterliegen längst dem Einfluss der Technik. Weltweit wächst die mittlere Lebenserwartung. Gibt es eine prinzipielle Grenze dieser Entwicklung – oder werden unsere Nachkommen irgendwann dem Tod endgültig ein Schnippchen schlagen und Unsterblichkeit erlangen?

Die ewige Verheißung des Lebens nach dem Tode

Solchen Fragen stellt sich dieser interdisziplinäre Sammelband, erschienen in einem kleinen Verlag, der sonst eher schöne Bildbände herausbringt. Die Beiträge stammen von Medizinern, Juristen, Theologen, Historikern und Kulturwissenschaftlern. Somit stellt das Werk die Lebensverlängerung in einen facettenreichen kulturellen Zusammenhang.

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