Kübra Gümüşay redet mit Peter Sloterdijk: Literarischer Fremdenverkehr


Über die sprachliche Bedingtheit unseres Seins: Auf der LIT:potsdam trafen sich Kübra Gümüşay und Peter Sloterdijk zu Lesung und Gespräch.

Tom Wohlfarth | taz

Auf der Bühne: Kübra Gümüsay (M.), Peter Sloterdijk und Moderatorin Dilek Üsük Foto: Antonia Jacobsen

Man hatte sicher lange bang auf gutes Wetter gehofft und war dann vielleicht doch überrascht, dass es gar so gut wurde. Am meisten hatte man in Potsdam allerdings darum bangen müssen, ob die diesjährige Ausgabe des Literaturfestivals LIT:potsdam überhaupt würde stattfinden können. Das tut es nun seit Dienstag tatsächlich, mit zweimonatiger Verspätung, dank zusätzlicher Sponsoren – und überwiegend Open Air mit reduziertem Ticketangebot.

Dabei hätten durchaus noch ein paar mehr als die gut hundert Menschen in der heißen Vorabendsonne im ausverkauften Schirrhof an der Schiffbauergasse mit genügend Abstand Platz gehabt (nur am Eingang und auf den Toiletten wäre es vermutlich zu eng geworden), als am Donnerstag die Autor:innen Kübra Gümüşay und Peter Sloterdijk das lange Wochenende in der herrlichen Berliner Vorstadt nahe der Glienicker Brücke einläuteten.

Die Paarung war durchaus reizvoll – die bekennende, junge Muslimin und Feministin und der von einigen als lüsterner Antifeminist geschmähte alte weiße Berufsprovokateur –, aber zugleich auch etwas beliebig: Beide beschäftigen sich in ihren Büchern irgendwie mit Sprache. Der Veranstaltungstitel „Über die Wahrheit“ war erkennbar zu hoch gegriffen.

weiterlesen