Schimpansen suchen Abkühlung in Höhlen


Um Hitzewellen zu überstehen, haben Schimpansen im Senegal eine ungewöhnliche Verhaltensweise entwickelt. Vor allem stillende Mütter werden zu Höhlenaffen.

Tina Baier | Süddeutsche Zeitung

Westlicher Schimpanse (Pan troglodytes verus). (Foto: Dan Kitwood/Getty Images)

Normalerweise leben Schimpansen im Wald. Dort finden sie genug zu fressen und können ihre Schlafnester gut geschützt hoch oben in den Bäumen bauen. Doch es gibt Ausnahmen: In West- und Zentralafrika gibt es einige Populationen, die sich aus dem Wald herausgewagt haben. Eine davon lebt in der unwirtlichen Fongoli-Savanne im Senegal, in der die Temperaturen tagsüber auf mehr als 40 Grad Celsius steigen und Wasser rar ist.

Die Affen stehen wahrscheinlich vor ähnlichen Problemen wie die Vorfahren des Menschen, die vor Millionen Jahren ebenfalls den Wald verlassen und in der Savanne irgendwann den aufrechten Gang erfunden haben. Eine der größten Herausforderungen damals wie heute ist die Hitze. Zwei amerikanische Primatologinnen, die das Verhalten der Fongoli-Schimpansen schon länger erforschen, haben jetzt herausgefunden, dass vor allem stillende Mütter mit ihrem Nachwuchs oft Höhlen aufsuchen, um dort die heißesten Stunden des Tages zu verbringen.

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