Verfassungsschutz-Chef zu Antisemitismus: Lage ist schlimm „Der alte Hass wird salonfähiger“


Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Thomas Haldenwang, sieht eine „deutliche Zunahme“ von Antisemitismus. Latent sei der Antisemitismus immer da gewesen, seit „geraumer Zeit“ nehme er wieder zu.

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„Wenn mir jüdische Bürgerinnen und Bürger sagen, dass sie sich fragen, wann der Zeitpunkt erreicht ist, Deutschland zu verlassen – dass sie überhaupt schon an diesem Punkt sind: Dann ist die Lage schlimm“, sagte Haldenwang der „Süddeutschen Zeitung“ (Wochenende).

Bei der sogenannten Neuen Rechten zeige sich Judenfeindlichkeit auf hintergründigere Art als bei älteren rechtsextremistischen Gruppen, so Haldenwang. Dies zeige sich auch bei den Corona-Demonstrationen, „etwa wenn von einer Weltverschwörung gesprochen wird, die angeblich von ‚Interessen der amerikanischen Ostküste‘ gesteuert wird“. Alte antisemitische Verschwörungsmythen würden versteckt transportiert – und dadurch nicht weniger gefährlich: „Eher steigt das Risiko, dass breitere Schichten angesprochen werden. Der alte Hass wird salonfähiger. Die Grenzen des Sagbaren verschieben sich zugunsten der Antisemiten.“

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