Warum missio einen „Internationalen Tag gegen Hexenwahn“ ausruft


Es gibt keine Hexen, das ist in Europa jedem klar. Doch in anderen Teilen der Erde haben vor allem Frauen mit solchen Anschuldigungen zu kämpfen. Für das Hilfswerk missio Aachen Grund genug, sich mit einer eigenen Aktion dagegen zu stellen.

Gottfried Bohl | katholisch.de

Das katholische Hilfswerk missio Aachen startet eine neue Aktion und ruft den „Internationalen Tag gegen Hexenwahn“ am 10. August aus. Damit will es auf ein weitgehend verdrängtes Problem aufmerksam machen – mit Zehntausenden Opfern in fast 40 Ländern der Erde. Die Hintergründe erläutert missio-Präsident Dirk Bingener im Interview.

Frage: Pfarrer Bingener, warum brauchen wir einen internationalen Tag gegen den Hexenwahn? Zumal es ja gar keine Hexen gibt…

Bingener: Genau, es gibt keine Hexen. Aber es gibt Menschen, die als sogenannte Hexen verleumdet werden. Und das sind keine Einzelfälle, sondern passiert in mindestens 36 Ländern der Erde – hauptsächlich in Afrika, Asien und Ozeanien, aber auch in vier Staaten Lateinamerikas. Es betrifft Zehntausende vollkommen unschuldige Opfer. Und gerade, weil das so unvorstellbar ist und zugleich so schrecklich, braucht es viel mehr internationale Aufmerksamkeit. Zum Beispiel durch den Tag gegen den Hexenwahn am 10. August.

Frage: Warum gerade am 10. August?

Bingener: Am 10. August 2012 wurde Christina, eine Frau in Papua-Neuguinea, der Hexerei bezichtigt und gefoltert. Stellvertretend für alle Fälle soll das Schicksal dieser Frau für den Internationalen Tag gegen den Hexenwahn stehen. In einer neuen Menschenrechtsstudie zeigen wir an ihrem Fall exemplarisch, wie solche Denunziationen entstehen, was dann passiert und wozu Menschen fähig sind. Unsere Projektpartnerin Schwester Lorena, eine Schweizer Ordensschwester, hilft den Opfern in Papua-Neuguinea und kämpft vor Ort gegen diesen neuen Hexenwahn.

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