Nicht gefährlicher als eine normale Grippe?


Beispielhafte Kritik an einer der üblichen scheinwissenschaftlichen Argumentationen, die zeigen wollen, dass „das öffentlich akzeptierte Narrativ zu Covid-19 falsch ist“

Amelie Lanier | TELEPOLIS

Grafik: TP

Die am 25. Juli bei „Freitag“ veröffentlichte Studie von Gunnar Jeschke „Wie gefährlich ist Covid-19?“ will ich nicht unkommentiert lassen. Sie ist nämlich recht typisch für sich seriös und wissenschaftlich gebende Äußerungen, die mit einer Art faktenbeladener Spiegelfechterei nicht-wissenschaftliche Schlüsse präsentieren.

1. Die Form

Zunächst wird die WHO kritisiert und ihr bewusste oder unbewusste Täuschung vorgeworfen. Dies anhand einer Grafik, über die man natürlich verschiedener Meinung sein kann. Ob man dieser Grafik viel entnehmen kann, sei dahingestellt. Genau deshalb ist es aber auch unsinnig, ihr „Täuschung“ oder „Manipulation“ vorzuwerfen. Sie ist ebenso verwirrend wie nichtssagend.

Generell ist zu bemerken, dass die Bebilderung von Fakten mit Grafiken und Tabellen nur bedingt zum Verständnis des Dargebotenen beiträgt. Oftmals verwirren diese Darstellungen mehr, als sie erklären.

Es ist aber zu beobachten, in Publikationen der verschiedensten Art, dass der ziemlich reichliche Einsatz von dergleichen optischen Hilfsmitteln meistens den Umstand verdeckt, dass an dem Artikel/Buch oder der Studie nicht viel dahinter ist. Sie dienen oft zum pseudowissenschaftlichen Aufblasen von recht dürftigen Gedanken. Der Autor will damit vermitteln, er habe sich die Sache wirklich genau angeschaut, deshalb seien seine Analysen und Schlussfolgerungen ernst zu nehmen.

Genau das ist bei diesem Artikel auch der Fall. Der Krankheitsverlauf und die Daten verschiedenster Länder werden zusammengeworfen und mit Schätzungen in denkbar unübersichtlicher Form präsentiert, sodass am Schluss nichts an Einblick übrigbleibt. Da setzt der Autor wieder ein und führt den verirrten und verwirrten Leser aus dem Dickicht der Grafiken wieder auf die Asphaltstraße seiner Schlussfolgerungen.

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