Unsere Doppelmoral des Fleischessens


Wir begrenzen Tierversuche und hätscheln unsere Hunde, trotzdem halten wir Nutztiere unter schlimmsten Bedingungen. Das ist heuchlerisch. Eigentlich müssten wir auch die Massentierhaltung beenden, meinen Adriano Mannino und Nikil Mukerji.

Adriano Mannino, Nikil Mukerji | Deutschlandfunk Kultur

Mehr als 700 Millionen Tiere werden jährlich in der Landwirtschaft getötet. Ist dies notwendig und moralisch vertretbar? (imago / Noah Wedel)

„Replace, Reduce, Refine“ – das 3R-Prinzip hat die Gesetzeslage zu Tierversuchen stark geprägt: Tierversuche sind durch Alternativen zu ersetzen, ihre Anzahl ist zu reduzieren und die Versuche sind so zu verfeinern, dass die Tiere möglichst wenig leiden.

Der biomedizinischen Forschung ist es verboten, auch nur ein Tier zu töten, wenn sie nicht nachweisen kann, dass dazu keine Alternativen existieren. Dieser Nachweis ist gegenüber einer Ethikkommission zu erbringen, die jeden Tierversuch beurteilt. Die Zahl der Versuchstiere beläuft sich in Deutschland auf rund drei Millionen pro Jahr.

Massenschlachtungen sind ethisch nicht zu rechtfertigen

Die Landwirtschaft dagegen tötet jedes Jahr mehr als 700 Millionen Tiere. Es handelt sich um gesunde Tiere, die nach einem kleinen Bruchteil ihrer Lebenserwartung geschlachtet werden. Im Gegensatz zur medizinischen Forschung muss die Landwirtschaft dabei keinerlei Nachweis erbringen, dass die Tiertötungen alternativlos und notwendig sind.

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