Vor 25 Jahren fällte Karlsruhe sein Kruzifixurteil: Die Empörung der 700.000


Es ist ein Kreuz mit dem Kreuz im Freistaat: Vor 25 Jahren gingen Zehntausende für das Kruzifix im Klassenzimmer auf die Straße. Heute müssen sich die Gerichte mit dem Kreuzerlass für bayerische Behörden beschäftigen.

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Kaum ein Urteil des Bundesverfassungsgerichts dürfte die Menschen in Bayern mehr bewegt haben als jenes, das am 10. August vor 25 Jahren publik wurde. Der Spruch der höchsten deutschen Richter brachte rechtschaffene Bürger so in Rage, dass sie das erste Mal in ihrem Leben auf die Straße gingen. Und er eröffnete eine Debatte, die bis heute anhält: um das Kruzifix in Schulen und öffentlichen Gebäuden.

Anthroposophische Eltern hatten damals gegen eine Vorschrift geklagt, nach der in bayerischen Volksschulen ein Kruzifix angebracht werden muss. Die Karlsruher Richter gaben ihnen 1995 mit Verweis auf die Neutralitätspflicht des Staates Recht und lösten einen immensen Proteststurm aus. 700.000 Unterschriften wurden gesammelt. Gläubige fürchteten einen wahren Sturm auf die Kreuze in Klassenzimmern, gar den Untergang des christlichen Abendlandes. In Oberammergau ließen Holzschnitzer trotzig wissen: „Wir machen weiter Kreuze.“

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